Einsatz von Gemeindeschwester - Modell mit Zukunft PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Christian Tylsch   
Donnerstag, 17. April 2008 um 14:42

Kurt Brumme MdL

Im Dezember Juni 2006 beschäftigte sich der Landtag erstmal mit dem Modell der Gemeindeschwester, welches es zu diesem Zeitpunkt bereits in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gab. Ziel eines Antrages war es zu prüfen, in wie weit es möglich ist, diese Gemeindeschwester flächendeckend in Sachsen-Anhalt einzuführen und damit auf die überfüllten Wartezimmer und damit dem Problem der fehlenden Ärzte in Sachsen-Anhalt zu begegnen. Kurt Brumme informiert zum Thema Gemeindeschwester...

 

 

icon PM 6/2008 - Gemeindeschwester (39.6 kB)

 

 

Einsatz von Gemeindeschwester - Modell mit Zukunft!

Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU Landtagsfraktion, Kurt Brumme, erklärte im Rahmen der Landtagsdebatte am 17.04.2008, dass das Modell der Gemeindeschwester in Sachsen-Anhalt eine viel versprechende Chance ist, auf dem Gebiet der Gesundheitspolitik dem demografischen Wandel zu begegnen.


17.04.2008. Der Landtag von Sachsen-Anhalt erklärt in seiner 37. Sitzung einen gemeinsamen Antrag von CDU und SPD für erledigt. In diesem Antrag wurde die Landesregierung beauftragt, die Einführung der Gemeindeschwester zu prüfen. Kurt Brumme erklärte bereits bei der Einbringung des Antrages im Juli 2006: „Wir sehen in der Implementierung der Gemeindeschwester eine Möglichkeit, dem Problem des zunehmenden Ärztemangels und der allgemeinen demografischen Entwicklung zu begegnen.
Im Dezember 2007 ist das Modellprojekt „Mobile Praxisassistentin“ gestartet. Mit insgesamt acht Gemeindeschwestern werden ca. 600 Patienten in drei Regionen (Gardelegen und Umfeld, Regionen Hasselfelde-Stolberg-Harzgerode und Bördekreis-Oschersleben-Wanzleben) in Sachsen-Anhalt betreut. Getragen wird das Projekt von der AOK Sachsen-Anhalt, der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Gesundheitsministerium.
„Bisher hat sich gezeigt“ so Brumme, „dass bestimmte delegierbare Tätigkeiten von den Gemeindeschwestern sehr gut erledigt werden können, ohne das der Patient in überfüllten Wartezimmern warten muss.“
Gleichwohl ist dieses Thema nicht frei von Kritik. Kurt Brumme nannte in diesem Zusammenhang neben der Finanzierung als ein Hauptproblem, die Konkurrenz zum normalen Pflegedienst und haftungsrechtliche Bedenken.
Derzeit werden für eine Arzthelferin im regulären Praxisbetrieb, welche der Arzt zu einem Hausbesuch schickt, 5,50 € bezahlt. Dieser Satz ist unabhängig davon, wie lange und mit welchen Verkehrsmitteln sie unterwegs ist. Das Pilotprojekt hat aber ergeben, dass die Kosten sich auf ca. 25 Euro belaufen. „Hier müssen wir Wege finden, diese Kosten entsprechend decken zu können, da kein Arzt eine Gemeindeschwester einsetzen kann, wenn er dabei draufzahlen muss.“
Das Problem der Konkurrenz zum regulären Pflegedienst wird zu klären sein, wenn alle Ergebnisse des Pilotprojektes am Ende des Jahres 2008 bekannt sind. „Größere Bedenken habe ich beim Haftungsrecht“ erklärte Brumme. "Hier müssen wir genau prüfen, welche Aufgaben die Tätigkeit der Gemeindeschwester umfasst und wie diese im Konflikt zu geltendem Recht stehen. Letztlich ist der Bund gefragt, entsprechende gesetzliche Regelung anzupassen, da dies Bundesrecht betrifft.“
Insgesamt sieht der Landtagsabgeordnete Kurt Brumme diese Probleme aber nicht als Gründe, das Modell abzulehnen, sondern nannte die Gemeindeschwester „ein Modell mit Zukunft“. Zunehmend chronisch Kranke und Patienten mit einem immer höheren Lebensalter machen es notwendig, dass das bestehende System angepasst wird. „Wir müssen jetzt auf die Entwicklung reagieren bevor es zu spät ist. Das Modellprojekt ist eine viel versprechende Variante an der wir weiter intensiv arbeiten werden! Insgesamt wird es zukünftig notwendig sein, dass mehr ‚aufsuchende’ Tätigkeiten durch ärztliches Personal durchgeführt werden.“ so Brumme.
Trotz all dem verwies Brumme abschließend aber auf den sich verschärfenden Ärztenotstand. „Das eigentliche Problem voller Wartezimmer liegt an der fehlenden Ansiedlung junger Hausärzte. Wenn ein Drittel aller Hausärzte bereits jetzt über 60 Jahre alt sind, dann müssen wir nach Wegen suchen, in dieser Situation Abhilfe zu verschaffen. Ohne die Gemeindeschwester in ihrer Bedeutung für den ländlichen Raum schwächen zu wollen, bekämpft sie doch eher die Symptome als die Ursachen.“

 

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