Grundlegende Infos zur Integrierten Versorgung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Franziska Schulze   
Freitag, 20. Juni 2008 um 10:45

Was ist Integrierte Versorgung? Welches Ziel wird damit verfolgt und warum wurde dieses Modell entwickelt? Diese Informationen erfahren Sie in diesem Artikel, der die Grundlage für die Vertiefung dieses Themas legen soll.

 

Was versteht man unter Integrierter Versorgung?

Schema der Integrierten Versorgung
zum Vergrößern anklicken

Die "Integrierte Versorgung" (IV) bedeutet eine neue „sektorenübergreifende“ Versorgungsform im deutschen Gesundheitswesen.

Der Begriff steht für eine Vernetzung der drei Leistungsbereiche des Gesundheitswesens - die ambulante, die stationäre und die rehabilitative Versorgung von Patientinnen und Patienten. Das bedeutet: Niedergelassene Haus- oder Fachärzte bieten gemeinsam mit Krankenhäusern, ambulanten oder stationären Rehabilitationsleistungen und häuslicher Krankenpflege eine medizinische Versorgung "aus einer Hand" an. Sie kooperieren bei der Behandlung ihrer Patienten und teilen sich ein gemeinsames Budget. Schnittstellen, Ineffizienzen und Doppeluntersuchungen sollen hierdurch eliminiert werden.

Was soll mit Hilfe der Integrierten Versorgung erreicht werden?

Eine solche Vernetzung kommt in erster Linie den Patientinnen und Patienten zugute. Denn ein besserer Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten und die gemeinsame Arbeit an einem klar definierten Therapieziel sind die Grundvoraussetzungen für eine gute und effiziente Versorgung. Aus Akteuren im Gesundheitssystem werden Partner, die zusammenarbeiten und ihre jeweiligen Leistungen auf ein gemeinsames Behandlungsziel hin abstimmen. Dadurch wird die Qualität der medizinischen Versorgung für die Patientinnen und Patienten spürbar verbessert und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsversorgung erhöht und somit die Gesundheitskosten gesenkt.

Für die Krankenkassen bedeutet die Integrierte Versorgung, dass sie Einzelverträge mit Leistungsanbietern oder Anbietergemeinschaften aus niedergelassenen Medizinern, Krankenhausärzten und Therapeuten abzuschließen können. So ist es nun möglich, dass Krankenkassen auch mit nichtärztlichen Heilberufen (zum Beispiel Ergo- oder Physiotherapeuten) Verträge zur Integrierten Versorgung vereinbaren können. Erleichtert werden auch die Verträge zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern, die - im Rahmen der Integrierten Versorgung - hochspezialisierte Leistungen, Leistungen zur Behandlung seltener Erkrankungen und von Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen ambulant erbringen können.

Die integrierte Versorgung beinhaltet einen anspruchsvollen Prozess, der sich immer weiter entwickelt. Je mehr das System von Leistungsbringern selbst verbessert und weiterentwickelt wird, desto weniger staatliche Maßnahmen werden nötig sein um Qualität und Finanzierbarkeit zu erhalten.

Was war das Problem?

Ein wesentliches Problem des deutschen Gesundheitswesens war die mangelhafte Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Sektoren. Oft mussten Patientinnen und Patienten an den Schnittstellen zwischen stationärer und ambulanter Behandlung oder beim Übergang in Rehabilitationsmaßnahmen die Koordination selbst in die Hand nehmen. Sie mussten den Fortgang der für sie richtigen Therapie selbst recherchieren und organisieren, weil ihnen der richtige Ansprechpartner fehlte.

Angesichts der heutigen Herausforderungen - veränderte Altersstruktur, die Zunahme chronischer Erkrankungen und Mehrfacherkrankungen, sowie Über-, Unter- und Fehlversorgung - mussten Abschottung und Abgrenzung zwischen den einzelnen Sektoren überwunden werden. Hinzu tratt die Notwendigkeit, mit begrenzten Mitteln das bestmögliche Ergebnis in der medizinischen Versorgung zu erzielen.

Genau hier setzt die Integrierte Versorgung an: Krankenkassen erhalten die Möglichkeit, ihren Versicherten eine abgestimmte Versorgung anzubieten, bei der Haus- und Fachärzte, ärztliche und nichtärztliche Leistungserbringer, ambulanter und stationärer Bereich sowie gegebenenfalls Apotheken koordiniert zusammenwirken.

Kommentare
Neuer Kommentar
Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:
 
Please input the anti-spam code that you can read in the image.

3.25 Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

LAST_UPDATED2