Raucher raus aus der coolen Ecke PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Franziska Schulze   
Freitag, 29. August 2008 um 11:32

Im Rahmen der jährlichen Haushaltbefragung über das Rauchverhalten der Bevölkerung ab 15 Jahren, kam das statistische Landsamt zu einem erfreulichen Ergebnis. Mit zunehmendem Alter nimmt der Nichtraucheranteil zu, bei den Frauen stärker als bei den Männern.

Kurt Brumme: „ Ich freue mich über diese positiven Ergebnisse, und hoffe, dass die nächste Befragung im Jahr 2009 einen weiteren Trend in Richtung Nichtrauchen aufweisen wird. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen sind Fortschritte zuerkennen, und wir müssen weiter daran arbeiten, dass diese nicht der Versuchung des Rauchens erliegen. Das Image des Rauchers, der „cool“ ist muss bekämpft werden.“

Denn trotz aller positiven Ergebnisse starten die Männer ihre „Raucherkarriere“ im Durchschnitt mit 16 Jahren, die Frauen Ende des 18. Lebensjahres.

Jährlich sterben in Deutschland über 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens - bei Verkehrsunfällen sind es ca. 6.000. Genauer gesagt sterben im Jahr mehr Menschen auf der Welt an den Folgen des Rauchens als an Verkehrsunfällen, Feuer, Alkohol, Kokain, Heroin, AIDS, Mord und Selbstmord zusammen! Den Qualm von durchschnittlich 14 Zigaretten bläst täglich ein Raucher Sachsen-Anhalts in die Luft. Mit etwa 12 tiefen Atemzügen inhaliert er in 5 bis 6 Minuten das Nikotin einer Zigarette, durchschnittlich 170 Atemzüge pro Tag, 1  190 Atemzüge pro Woche, 5 100 pro Monat und nimmt damit in einem Jahr etwa die Menge einer Tasse Teer in seine Lunge auf.

So ist es auch kein Wunder, dass Raucher ein doppelt so hohes Krebsrisiko als Nichtraucher haben. Fünf Prozent aller Todesfälle in Deutschland gehen auf die „typischen Raucherkrankheiten“ wie Lungen-, Kehlkopf-, und Luftröhrenkrebs zurück. Statistisch gesehen sterben Raucher mit 68 Jahren und somit 8,3 Jahre früher als Nichtraucher, denn jede Zigarette verkürzt das Leben um 15 Minuten.

Kurt Brumme hierzu: „Auch das Passivrauchen ist sehr gefährlich und wird meist unterschätzt, dabei sterben ca.3300 Menschen pro Jahr an dessen Folgen. Dazu kommt, dass Passivrauchen nicht nur die körperliche Entwicklung von Kindern sondern auch ihre geistige Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigt.“ Passivrauch kann schon bei kurzer Belastung zu Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung, erhöhter Infektanfälligkeit, Kopfschmerzen und Schwindel führen. Passivrauch trägt auch zu Herzkrankheiten, Angina Pectoris, Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenerkrankungen und chronischen Atemwegserkrankungen bei. Besonders gefährdet sind ungeborene Kinder, Säuglinge und Kleinkinder, sowie gesundheitlich angeschlagene oder anfällige Menschen und chronisch Kranke (z.B. Asthmatiker u.a.).

Brumme weiter: „Es geht nicht darum die Raucher zu verteufeln und zu verdammen oder gar das Rauchen zu verbieten aber es ist wichtig die Nichtraucher zu schützen. Zurzeit wird ein riesiger Kraftaufwand aufgeboten um den Feinstaub zu bekämpfen. Dessen gesundheitsschädliche Folgen sind im Gegensatz zu denen des Rauchens jedoch marginal. Das Rauchen ist statistisch gesehen viel ungesünder und gefährlicher. Daher müssen wir uns noch viel mehr um das Thema Nichtraucherschutz kümmern und das Rauchverbot an öffentlichen Orten ist ein guter Schritt auf diesem Weg.“

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