Brumme: Honorarreform - Schritt in die richtige Richtung, aber nicht die Lösung des Problems. PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Christian Tylsch   
Montag, 08. September 2008 um 00:00

Kurt Brumme MdLDer Gesundheitsexperte der CDU-Fraktion Kurt Brumme begrüßt die ab 2009 absehbare Verbesserung der Vergütung der niedergelassenen Ärzte. "Trotzdem sind aber nun 18 Jahre nach der Einheit immer noch nicht gleiche Bedingungen für die Ärzte erreicht", sagte Kurt Brumme. Die niedergelassenen Arzte in den neuen Bundesländern, die seit über 15 Jahren rund ein Drittel ihrer erbrachten Leistungen nicht honoriert bekommen, können nun ab 2009 ca. 94% der Honorierung je Patient erreichen, die die Ärzte in den alten Bundesländern bereits jetzt erzielen.

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Brumme: Honorarreform - Schritt in die richtige Richtung, aber nicht die Lösung des Problems.

Dessau-Roßlau, 08.09.2008. Der Gesundheitsexperte der CDU-Fraktion Kurt Brumme begrüßt die ab 2009 absehbare Verbesserung der Vergütung der niedergelassenen Ärzte. "Trotzdem sind aber nun 18 Jahre nach der Einheit immer noch nicht gleiche Bedingungen für die Ärzte erreicht", sagt Kurt Brumme. Die niedergelassenen Arzte in den neuen Bundesländern, die seit über 15 Jahren rund ein Drittel ihrer erbrachten Leistungen nicht honoriert bekommen, können nun ab 2009 ca. 94% der Honorierung je Patient erreichen, die die Ärzte in den alten Bundesländern erzielen.

"Eine Verbesserung zur bisherigen Vergütungssituation in den neuen Bundesländern von 81% auf 94% zum  Westniveau)ist zu begrüßen und längst überfällig, aber noch nicht die notwendige Basis, um wirklich neue Ärzte gewinnen zu können", so Brumme. Sachsen-Anhalt stehe im Wettbewerb um Ärzte mit den andern Bundesländern, die nun immer noch etwas bessere Bedingungen zu bieten hätten. Eine schnelle Änderung der Versorgungssituation ist deshalb ausgeschlossen. Der bisher große Honorarunterschied von 20% je Patient und die um 30% höhere Arbeitsbelastung zwischen Ost- und Westärzten ist der Hauptgrund, weshalb sich junge Ärztinnen und Ärzte in der Regel bisher gegen eine Niederlassung in den neuen Ländern und Sachsen-Anhalt entscheiden haben.

Die vorerst weitere Trennung der Vergütung der Ärztinnen und Ärzte nach den Versorgungsbereichen „Hausarzt“ und „Facharzt“ ist richtig. Nicht zu rechtfertigen ist aber, dass verschiedene Facharztgruppen im Ergebnis bis zu  250% über den der Hausärzte liegen. Auch hier ist dringender Korrekturbedarf im System Kassenärztliche Vereinigung angezeigt, wenn sich junge Ärztinnen und Ärzte wieder vermehrt für die Fachrichtung Hausarzt entscheiden sollen.

Beobachtet werden muss auch, ob die Krankenkassen die Einigung auf Bundesebene tatsächlich so umsetzen werden oder ob mit Winkelzügen die Ärzte um die ihnen nach Jahren endlich zugestandenen Honorarerhöhungen unterlaufen werden sollen. Die bisherigen Honorarerhöhungen erreichten nicht einmal den Inflationsausgleich.

Kurt Brumme analysiert damit die Einigung der Verbände der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zur Vergütung der niedergelassenen Ärzte, die Ende August erzielt wurde und stellt die teilweise zu positiven Einschätzungen anderer Gesundheitspolitiker in den richtigen Kontext.