Brumme kritisiert Honorar-Ungerechtigkeit PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Franziska Schulze   
Freitag, 05. November 2010 um 07:45

Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Kurt Brumme, hat den vom Bundesministerium eingeschlagenen Kurs in Bezug auf die Ärztevergütung als „kontraproduktiv“ bezeichnet. Wer den Ärztemangel in Sachsen-Anhalt und in anderen strukturschwachen Regionen der Bundesrepublik beseitigenwolle, müsse dafür sorgen, dass in Magdeburg und Frankfurt am Main für die gleiche Leistung mindestens das gleiche Honorar gezahlt wird.

„Andernfalls werden sich junge und niederlassungswillige Ärzte weiterhin daran orientieren, wo ihre Leistung am besten honoriert wird und bei den bestehenden, deutlichen Unterschieden ihrer Heimat den Rücken kehren“, sagte Brumme.

„Statt zumindest Honorargerechtigkeit für niedergelassene Ärzte herzustellen, indem alle Ärzte bundesweit nach denselben – morbiditätsorientierten – Maßstäben und ihrer Leistung am Patienten vergütet werden, konterkariert die Bundesregierung sogar die bislang in den neuen Bundesländern schrittweise erreichte Annäherung der Leistungsgerechtigkeit in den Jahren 2009 und 2010, indem sie im laufenden Gesetz zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung für das Jahr 2011 eine ´asymmetrische Vergütung´ durchsetzte.

 

Die Folge ist, dass Ärzte in Regionen, die auf Grund des zunehmenden Ärztemangels überdurchschnittlich viele Patienten behandeln müssen und denen deshalb mehr Honorar zustehen müsste, faktisch Ärzte in Regionen subventionieren, die bei höherer Ärztedichte mit weniger Patientenkontakten mehr verdienen.

 

Hier ist die falsche Richtung eingeschlagen worden. Dies auch, weil die mühsam eingeführte Morbiditätsorientierung beim Ärztehonorar weiter auf der Fortschreibung des Leistungsbedarfes des Jahres 2008 erfolgt und somit die reale Morbidität nicht berücksichtigt wird. Grundlage der zukünftigen Ärztevergütung kann aus unserer Sicht nur der jeweilige Stand der Morbidität sein und nicht ein mehr oder weniger willkürlich festgelegter Euro-Betrag pro Versicherten.

 

Sachsen-Anhalt wurde, bei einer Morbidität von über 125 Prozent zum Bundesdurchschnitt, für 2011 der geringste Gesamtbetrag in Euro pro Versicherten für die ambulante Versorgung der Patienten zur Verfügung gestellt. Dies führt in der Konsequenz dazu, dass in strukturschwachen Regionen zunehmend Pflegekräfte und Ärzte abwandern oder sich nicht niederlassen. Dies verschärft den bestehenden Ärztemangel zusätzlich. Deutliche Standortnachteile und eine überproportionale Belastung der Menschen über den dann erhöhten Zusatzbeitrag sind die vorhersehbare Folge.

 

Als jüngstes Beispiel ungleicher Honorierung ist die angelaufene Grippeschutzimpfung zu nennen. Die Ärzte in Sachsen-Anhalt erhalten für eine Impfung 5,47 Euro, in Hessen jedoch bei gleichen Sachkosten 8,50 Euro. Solche Sachbeispiele ließen sich fortsetzen“, betonte Brumme.

 

 

 

 

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