Woher das plötzliche Interesse für Anhalt? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Christian Tylsch   
Dienstag, 17. Mai 2005 um 00:00

Nach einem Leserbrief von Rainer Gerdung, Sprecher der Bürgerinitiative "Für Roßlau", reagierte Herr Brumme mit einem eigenen Leserbrief. Er wies darin unter anderem den Vorwurf der fehlenden landsmannschaftlichen Bindung zurück.


Reaktion auf: „Zum Widerspruch herausgefordert“

von Reiner Gerdung, MZ 18.05.2005


Schmunzelnd las ich den Leserbrief von Herrn Gerdung. Derselbe Herr Gerdung, der im Wahlkampf zum Bürgerentscheid mit unsachlichen Argumenten die Bürger verunsicherte und nun beweißt, dass er doch nicht das demokratische Ergebnis akzeptieren kann, sondern nachhaken muss.

Das ständige propagieren des Zusammengehörigkeitsgefühls, welches ich in Frage gestellt habe, scheint es doch angesichts der Tatsache, dass die Bürger von Roßlau den Landkreis verlassen wollen und Rodleben, Brambach, Ladeburg, Leitzgau und Dornburg dies schon getan haben, wirklich nicht zu geben. Coswig und Loburg orientieren sich ebenfalls in Richtung anderer Landkreise.

Bis vor einem Jahr spielte „Anhalt“ keine Rolle. Es stellt sich also vielmehr die Frage wie widersprüchlich das plötzliche Interesse für „Anhalt“ ist.

Mit Phrasen wie Arbeitslosenquote, Überalterung und Abwanderung versucht Herr Gerdung, wie schon beim Volksentscheid, die Bürger zu verunsichern. Mit der Kreisgebietsreform haben diese Punkte nichts zu tun.

Ich möchte zum wiederholten Mal dazu auffordern auf die sachliche Ebene zurück zu kehren. Dazu gehört als erstes die Feststellung, dass wir hier ausschließlich über eine Reform der Verwaltungsstrukturen sprechen. Der Landkreis, als unterste staatliche Behörde, hat sehr selten mit regionaler Identität zu tun. Die Gründung eines Landschaftsverbandes „Anhalt“, ähnlich wie in Niedersachsen oder Nordrhein-Westfahlen wäre z.B. ein Weg beiden gerecht zu werden und „Anhalt“ wiederzubeleben. Wirtschaftliche und soziale Verflechtungen, die sich in den letzten Jahrzehnten herausgebildet haben, sind in erster Linie Grundlage für die Bildung von Landkreisen. Persönliche Angriffe helfen hier nicht.

Im Übrigen wohne ich nicht erst seit zehn Jahren in diesem Landkreis, sondern bin seit über 25 Jahren hier tätig. Der Vorwurf der mangelnden „landsmannschaftlichen Bindungen“ ist hochgradig diffamierend. Als Landtagsabgeordneter ist es meine Pflicht und innerste Überzeugung, mich vorwiegend für die Menschen in meinem Wahlkreis einzusetzen. Das habe ich bisher mit großer Unterstützung gemacht und werde es auch weiter so tun.

Kurt Brumme
Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt

 

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